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 Der Marktplatz

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Divious
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BeitragThema: Der Marktplatz   Sa Okt 20, 2018 1:04 pm


Inmitten des Dorfes liegt ein rechteckiger, mit alten Steinen gepflasterter Platz, welcher den Ortsmittelpunkt darstellt.
Genau in der Mitte des Platzes ist ein kleiner Brunnen mit einem hübschen Wasserspiel, auf dessen Rand man bequem relaxen kann.
Hier enden die Geschäfte der Fußgängerzone und jeden Donnerstag findet hier ein überraschend großer Markt mit Frischen Lebensmitteln, Blumen und Selbstgemachten bzw. Selbst hergestellten Dingen statt.

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Amara L. Dubois

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   So Nov 11, 2018 6:20 pm

Amara Lucienne Dubois

Amara war müde.
Ihre Füße taten weh und sie hatte das Gefühl, auf bloßen Sohlen über glühende Kohlen zu gehen. Ihr Zeitgefühl hatte sie längst verloren. Weder wusste sie, wie spät es war, noch welchen Tag oder Monat sie inzwischen hatten. Zu lange war sie schon unterwegs.
Anfangs alleine, doch hatte sie unterwegs eine Begleiterin gefunden, über die sie mehr als froh war.
Sharina war eine wirklich liebenswerte junge Frau und Amara hatte sie auf Anhieb gemocht. Ruhig, fröhlich, höflich... überhaupt nicht aufdringlich oder nervig.
Und so klein! Amara überragte sie doch um einiges und manchmal hatte sie das Bedürfnis, das deutlich kleinere, leicht füllige Mädchen einfach an sich zu drücken und ihr zu sagen, es würde alles gut werden.
Albern, wenn sie es so betrachtete... deshalb tat sie es auch nicht.
Sie waren sich vor einiger Zeit mitten im Wald in die Arme gelaufen. Es war dunkel gewesen und Amara hatte das Gefühl gehabt, sie würde verfolgt werden.
Aufgrund ihrer Vergangenheit mit einem leichten Verfolgungswahn versehen, hatte sie ihr Tempo erhöht und war direkt in die Arme einer Person gerannt, als sie sich panisch immer wieder umgedreht hatte.
Nach einem anfänglichen Schrecken – und einem Schrei, welcher wohl den ganzen Wald in Aufruhr versetzt hatte – kam die Erleichterung. Und die peinliche Gewissheit, dass ihr Verfolger ein Hase gewesen war...
Schnell hatten sie entdeckt, dass sie beide auf der Suche nach einem Ort waren, wo sie erst einmal ausruhen und ihr Leben in den Griff bekommen könnten.
Zwar erzählte keiner von ihnen alles, jedoch gerade so viel, dass klar wurde, dass weder Amara noch Sharina den Weg zurück gehen konnten, welchen ihre Füße sie getragen hatten.
So hatten sie sich gemeinsam auf den Weg gemacht. Geschlafen unter freiem Himmel, in unheimlichen Höhlen, zerfallenen Hütten... In einer von ihnen trafen sie auf einen alten Eremiten. Freundlich war er nicht, verscheuchte sie und erzählte von einem Ort, wo sie aufgenommen werden könnten. Doch wäre der Weg noch weit, bis sie bei einem Schlösschen ankommen würden.
Nicht wirklich daran glaubend, doch nicht willkommen in dieser Nacht, ging sie mit Sharina weiter. Ernährt von Pilzen, Früchten, Beeren und Wurzeln, welche sie fanden. Und so sehr es Amara auch nach Fleisch dürstete, so hatte sie es vermieden, Proteine in Form von Insekten zu sich zu nehmen. Solange es anderes gab, was sie sich einverleiben könnte, so würde sie herzlichst darauf verzichten!
Nach einer langen Zeit, in der sie die Nacht durchgewandert hatten, wurde die Umgebung immer Urwüchsiger, immer Wilder. Dörfer verteilten sich auf immer weitere Strecken und bei Anbruch des Tages trafen sie auf ein kleines, fast schon mittelalterlich anmutendes Dörfchen.
Sofort kam ihr die Beschreibung des Einsiedlers in den Sinn und sie betraten es. Unsicher und auf Feindseligkeit bedacht, lief Amara mit Shari an ihrer Seite durch die Straßen. Doch ein Schloss sahen sie nicht. Weder dies, noch eine Beschreibung über ein solches.
Enttäuscht, fertig und aufgrund dessen schon fast den Tränen nahe, hatte Amara sich auf einem großen Platz, mit einem kleinen Brunnen auf die Stufen eben diesen Fallen lassen und Sharina einen verzweifelten Blick zu geworfen.
“Ich habe absolut keine Ahnung, wo wir sind...“, meinte sie resegniert und ließ die Schultern hängen. “Sollen wir schauen, ob wir irgendwo einen Unterschlupf finden können? Ich bin echt müde und brauche eine Pause. Meine Füße wollen mich nicht weiter tragen...“
Zudem hatte sie das Gefühl, zu stinken... Vermutlich war es schon so, denn sich nur in kleinen Bächen zu waschen, ebenso ihre Klamotten, war nicht unbedingt hilfreich dafür, etwas anderes zu denken... Sie war zerkratzt, ihre Kleidung war schmutzig und eingerissen...
Sie fühlte sich wirklich wie ein Landstreicher... der sie ja vermutlich auch in irgendeiner Art und Weise auch war...

erwähnt & angesprochen: #Sharina von Sharina
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Sharina Madani

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   So Nov 11, 2018 6:52 pm

Sharina Madani

Die junge Frau war tagelang durch den Wald gelaufen, den Göttern sei dank hatte sie im Wald einige Nüsse und Beeren gefunden, sonst wäre sie wohl verhungert. Stets war sie alleine unterwegs gewesen. Doch eines Nachts war sie einer anderen Frau begegnet. Es war stockdunkel gewesen und Sharina war noch auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz, da rannte plötzlich eine fremde Person in sie rein. Bevor ein Schrei ihre Kehle verlassen konnte, hatte die andere Person – eine Frau – so laut geschrien dass wohl der ganze Wald wach geworden war. Diese Frau stellte sich als Amara Lucienne Dubois heraus, eine freundliche Person. Sharina begegnete ihr mit Höflichkeit und Freundlichkeit, ganz, wie es ihrem Wesen entsprach. Schnell freundeten sich die beiden Frauen an und entschieden, gemeinsam weiter zu gehen. Denn genau wie Sharina hatte Amara keinen Platz wo sie hin konnte. Die um einiges größere Frau schien sich um Sharina kümmern zu wollen. Die junge Frau verstand im ersten Moment nicht, warum dies so war. Sie fragte aber auch nicht nach. Sie wanderten umher, schliefen unter dem Sternen Zelt, in verlassenen Höhlen oder halb zerfallenen Hütten. So trafen sie auch auf einen alten Eremiten, dieser nicht als freundlich zu bezeichnen war. Sharina lauschte gespannt, als dieser ihnen von einem Ort erzählte, an dem sie aufgenommen werden würden. Mit glitzernden Augen hatte Sharina Amara angesehen, doch die andere Frau schien nicht so sonderlich an die Geschichte des alten Mannes zu glauben. Ohne die Nacht dort zu verbringen, waren sie sogleich wieder weitergezogen. Wochenlang ernährten sie sich von Pilzen, Beeren und Wurzeln. Einfach allem, was sie fanden. Sharina stapfte stets hinter Amara her, sie hielt sich an die größere Frau, die sich offensichtlich besser in der Wildnis auskannte. Die Umgebung wurde mit der Zeit immer Urwüchsiger und Wilder. Dörfer sahen sie nur noch selten. Doch eines Tages erreichten sie ein kleines, mittelalterlich wirkendes Dorf. Sharina kam erneut die Beschreibung des alten Mannes in den Sinn. Dies könnte doch das Dorf sein, von dem er gesprochen hatte. Hoffnungsvoll hatte sie sich nach einer Burg umgesehen, doch sie hatte keine entdeckt. Enttäuscht sackten ihre Schultern nach unten und sie sah zu, wie Amara sich auf die Stufen eines kleinen Brunnens fallen ließ. Ihre Beine schmerzten auch sehr, weshalb sie sich zu ihr hinsetzte. Stumm lauschte sie den Worten der anderen Frau, wie sie meinte, dass sie keine Ahnung habe wo sie beide seien. Und dass sie sich einen Unterschlupf suchen sollten. Sharina nickte leicht. „Ich weiß auch nicht, wo wir sind….und ich befürchte auch, dass wir sobald kein Dorf mehr zu Gesicht bekommen“, antwortete sie leise. „Wie wäre es, wenn wir ein wenig hier sitzen bleiben? Es ist noch länger Hell und wir haben noch genug Zeit, einen Unterschlupf zu finden. Sharina streckte ihre Beine aus und seufzte leise. „Meine Beine schmerzen auch…“, flüsterte sie leise. Sie hob den Kopf und sah sich auf dem Platz um, vielleicht fand sie ja irgendetwas, was sie gegen ein Stück Seife eintauschen konnte. Denn so, wie das Dorf auf sie wirkte, könnte sie vielleicht mit Tauschgeschäften weiterkommen. Sicher, sie und Amara wuschen sich und ihre Kleidung stets in Bächen und kleinen Flüssen, aber es war dennoch nicht das gleiche wie sich ordentlich mit Seife zu waschen. Sharina sah wieder zu Amara. „Glaubst du wir könnten irgendetwas gegen ein Stück Seife tauschen?“, fragte sie dann ihre Freundin. Sie wollte nicht über die andere Frau bestimmen, weshalb sie diese lieber fragte. Immerhin kannten sie sich nicht so sonderlich gut. Sie hatten sich vorgestellt und gegenseitig ein wenig von der Vergangenheit des anderen erfahren. Aber keine der beiden hatte sehr viel über ihre Vergangenheit erzählt.
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Lavina

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   So Nov 11, 2018 8:02 pm

Lavina

Es war noch früh am Morgen, weshalb es nicht verwunderlich war, dass auf dem Marktplatz noch nicht viel los war. Um ehrlich zu sein war Lavina über jede Person überrascht, die sie hier antrafen, da sie auf ihrer Reise hierher meistens eher kleine, verschlafene Dörfer passiert hatten. Diese hatten zu so einer frühen Uhrzeit geradezu ausgestorben gewirkt.
Allgemein schien es ziemlich surreal, dass sie nun endlich ihr Ziel erreicht hatten. Lange Wanderungen, ungemütliche Betten in Hostels und die Fahrten per Anhalter, die sie gemacht hatten, falls sie jemanden erwischten, der in die gleiche Richtung wollte und nicht so aussah, als ob er sie umbringen und im Wald verscharren wollte, hatten nun endlich ein Ende. Sie waren tatsächlich hier. Selbst wenn Lavina keine Ahnung hatte, was hier genau bedeutete. Und wie es nun weiter gehen würde. Cyra meinte, sie würden sich hier mit irgendeinem Alec treffen, aber was danach passiert, wurde anscheinend noch nicht geklärt.
Aber komischerweise war das Lavina in diesem Moment egal. Sie war erschöpft und würde alles willkommen heißen, was man ihr anbot. Bis dahin würde sie einfach nur die Sonne genießen, die erstaunlich kräftig schien, obwohl es schon Mitte Oktober war.
Lavina hatte es sich auf dem Rand von dem Brunnen gemütlich gemacht, saß dort nun im Schneidersitz, die roten Haare offen und zerzaust, eine graue Strickjacke locker um die Hüften gebunden und malte mit der rechten Hand Kreise in das Wasser. Es war klirrend kalt, aber das störte sie nicht sonderlich. Sie liebte das Geräusch, dass die vielen Tropfen machten, wenn sie wieder auf die Wasseroberfläche trafen. Und während ihre Augen träge den Wellen folgten, die ihre Kreise auslösten, versuchte sie herauszufinden, was sie gerade fühlte. Es war eine beinahe schon meditative Übung, die sie früher immer zusammen mit ihrer Mutter gemacht hatte, wenn sie irgendwie aufgebracht war. Denn nur wer lernte, tief in sich hineinzuhorchen, würde es schaffen, die Wahrheit über sich selbst und über seine Seele herauszufinden. So hieß es zumindest.
Lavina fühlte sich definitiv erleichtert. Die überstürzte Flucht hatte ihr zugesetzt und sie sehnte sich nach etwas Ruhe. Und eben diese schien nun in greifbarer Nähe zu sein. Außerdem war sie nervös. Zwar warteten sie und Cyra noch nicht so lange, aber es war trotzdem schwierig, die aufkommenden Zweifel zu unterdrücken. Vielleicht würde er sie ja versetzen und es blieb ihnen nichts weiter übrig, als ihre Reise fortzusetzen.
Mit einem leisen Seufzen zog sie ihre Finger aus dem Wasser, da sie anfingen taub zu werden. Sie trocknete sie ordentlich an ihrer Jacke ab und blickte dann zu Cyra. Obwohl sie nun schon eine Zeit lang gemeinsam unterwegs gewesen waren, fiel es ihr schwer, die Ältere einzuschätzen. Die kalte Schulter, die sie ihr früher immer gezeigt hatte, hatte sie noch nicht vergessen, selbst wenn sie auf der Flucht eigentlich ganz okay gewesen war. Und Lavina war ihr dankbar, dass sie sie gerettet hatte. Sie stand tief in ihrer Schuld und es war unwahrscheinlich, dass sie diese jemals begleichen konnte. Leider war das nicht sehr förderlich, weil es dazu führte, dass Lavina noch weniger wusste, was nun von ihr erwartet wurde. Cyra war vermutlich schon genervt von ihr und dem unangenehmen Schweigen, das ständig zwischen ihnen herrschte.
Die beiden waren nicht alleine am Brunnen. Nur ein paar Meter weiter saßen zwei junge Frauen, die es sich auf den Stufen so gut wie möglich bequem gemacht hatten. Lavina hatte heute morgen in den Spiegel geguckt und hatte schon gedacht, dass sie mit ihren Augenringen und stumpfen Haaren fertig aussah, aber im Vergleich zu den beiden wirkte sie vermutlich noch ziemlich frisch. Sie fragte sich, was wohl ihre Geschichte war und warum sie ausgerechnet heute und jetzt an eben diesem Brunnen gelandet waren. Aber sie würde sie niemals fragen. Cyra, ja, sie würde die beiden wahrscheinlich ohne zu Zögern ansprechen. Aber da sie sich wahrscheinlich gar nicht erst für die beiden interessierte, würde das wohl nicht passieren. Denn egal, was diese Frau für sie getan hatte, so schien sie dennoch voller Arroganz zu sein.
Ein eindeutiger Grund, der dafür sprach, sie nicht zu mögen.
"Wann wollte er kommen?", fragte Lavina dann unerwartet und sah ihre Begleitung fragend an. Sie hatte fast den gesamten Morgen lang nichts gesagt. Aber sie wurde immer nervöser und so gerne wie sie auch den Mund gehalten hätte, sie brauchte in diesem Moment ein wenig Bestätigung. Vielleicht würde es sie beruhigen, wenn Cyra ihr versicherte, dass er noch kommen würde. Vielleicht.
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Amara L. Dubois

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   So Nov 11, 2018 9:32 pm

Cyra

Der lange Weg, den die beiden jungen Frauen zurück gelegt hatten, hatte seinen Tribut gefordert. Zwar war Cyra noch immer stark auf ihr Aussehen bedacht, doch irgendwann war auch ihr die Schminke ausgegangen und in den wenigen Dörfern, welche sie passiert hatten, war nicht unbedingt ein Kosmetiksalon, geschweige denn wenigstens ein Supermarkt mit ausreichender Auswahl zu finden gewesen.
So hatte sie sich in den letzten Tagen damit begnügen müssen, sich die Haare in Bächen oder bei Regen zu waschen und zu kämmen... Natürlich war auch dies nicht unbedingt zu ihrem Vergnügen gewesen, war ihr doch sonst so perfektes Äußeres inzwischen nicht mehr ganz so sehr von dem zu unterscheiden, wie dem von anderen auf dieser Reise.
Anfangs hatten sie noch Glück gehabt... in Größeren Städten hatten sie wenigstens Unterschlupf in günstigen Hotels finden können, wo es Wasser zum Waschen und vernünftige Nahrung gab... und diese hatte sie nicht immer nur mit Geld bezahlen können... Doch in den letzten Tagen war dies nicht mehr der Fall gewesen. Das letzte Dorf, in dem sie waren, lag mehrere Tage Fußmarsch entfernt und so hatte sie sich tatsächlich mit dem begnügen müssen, was sie dabei hatten... Trockenfleisch und Bohnen aus der Dose...
Deshalb war sie nun mehr als erleichtert, als sie endlich an einen Ort kamen, welcher zwar alt, aber bewohnt wirkte... und als sie dann einen Brunnen entdeckte, welcher der Beschreibung aus dem Brief Alec's glich, sanken ihre Schultern hinab und sie wäre vor Freude am liebsten in Jubel ausgebrochen.
Jedoch wäre dies ein ziemlich kindische Verhalten, weshalb sie diesen Drang zurück zwängte. Hoffentlich war es tatsächlich der Ort zu dem sie wollten...
Cyra warf einen Blick auf ihre Begleiterin und schüttelte leicht den Kopf. Sie wusste mit Lavina einfach nichts anzufangen...
Irgendwie war das Mädchen seltsam und sie hatte das Gefühl, um so vieles älter als jene zu sein. Vielleicht aufgrund der Erfahrung, welche sie bereits machen musste...
Sie folgte der Bewegung der Rothaarigen mit den Augen. Sah zu, wie sie sich auf den Rand eines Brunnens fallen ließ und die Hand ins Wasser hielt. Mit einem Seufzen folgte Cyra ihr, doch schien Lavina es nicht zu bemerken, als wären ihre Gedanken weit fort.
Im Grunde war es der jungen Frau aber auch egal... ein jeder hatte Geheimnisse... obwohl sie schon eine ganze Weile zusammen umher zogen, seit sei aus den Fängen Jefferson's geflohen waren, hatten sie kaum miteinander gesprochen.
So häufig hatte sich eine peinliche Stille zwischen ihnen entwickelt, die nichts und niemand hatte unterbrechen können. Cyra war froh über jedes andere Gesicht gewesen, welches sie gesehen hatten... Sie mochte die Gesellschaft anderer, war gerne im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Es fehlte ihr, bewundert zu werden. Sie fühlte sich einsam und verloren...
Da fielen ihr zwei andere Mädchen ins Auge, welche sie zuvor nicht bemerkt hatte. Sie saßen auf der anderen Seite des Brunnens und unterhielten sich. Bei genauerem Betrachten sahen sie genauso zerlumpt aus, wie sie sich fühlte – wenn nicht sogar schlimmer. Dies schenkte ihr wenigstens den Hauch einer Befriedigung.
Von der Dankbarkeit, welche Lavina empfand, ahnte Cyra nicht. Wäre ihr diese vermutlich aber auch sehr unangenehm gewesen.
Wirklich dankbar war ihr noch nie jemand gewesen und so konnte sie damit nicht wirklich umgehen. Allgemein hatte sie mit Freundlichkeit so ihre Probleme, da sie selbst zu ihrer eigenen Sicherheit eine Hochmütige, Arrogante, ja Egoistische Verhaltensweise angenommen hatte.
Nun war sie selbst so in Gedanken gefangen, dass sie leicht zusammen zuckte, als sie die Stimme ihrer... ja... was war Lavina eigentlich für sie? Schwester wäre zu viel gesagt, waren Jefferson und die Mutter der anderen ja diesen Schritt noch nicht gegangen... Freundin? Auch nicht passend, waren sie dafür doch zu unterschiedlich – und fehlten ihnen die Gesprächsthemen. Bekannte? Reisekumpaninnen? Wohl eher...
Jedenfalls sprach die Rothaarige sie nun an und Cyra wandte sich ihr zu. Ja... wann wollte Alec eigentlich kommen? Sie hatte den Brief so oft gelesen, dass dieser schon am zerbröseln war... doch auf diese Kleinigkeit hatte sie nie wirklich geachtet. “Keine Ahnung... er wird schon irgendwann auftauchen.“, meinte sie und warf ihre Haare mit einer Bewegung zurück, dann seufzte sie. Sie nahm den Rucksack von den Schultern und öffnete ein Seitenfach. In diesen hatte sie den Brief gestopft, welchen sie nun entfaltete und las. “Bla bla bla... Brunnen... bla bla bla... Er schreibt, er würde jeden Tag nach Sonnenaufgang vorbei schauen, wenn er auf den Weg zum Schloss ist.“, meinte sie dann und steckte den Brief zurück.
Da vernahm sie einen Ruf und wandte den Kopf. Und sah sie ihn... Lavina war vergessen.
Obwohl so viel Zeit vergangen war, hätte sie ihn unter tausend anderen wieder erkannt. Er sah noch genauso gut aus wie früher... Allerdings fragte sie sich, wie er sie hatte erkennen können – unter all dem Schmutz.
Cyra ließ ihren Rucksack fallen und rannte zu Alec, ihre Arme schlangen sich um seinen Hals, während sie ihre Lippen auf die seinen drückte. Am liebsten hätte sie sich nie wieder von ihm gelöst. Sie war endlich am Zielort angekommen!
“Ich habe dich vermisst!“, hauchte sie und ihre dunkelbraunen Augen blickten ihn strahlend an. Im nächsten Moment jedoch ließ sie ihn los. Trat einen Schritt zurück und versteckte ihr Gesicht hinter den Händen. “Ich sehe schrecklich aus.“. jammerte sie...

angesprochen: Lavina (Lavina) , Alec (J.M.Cale)
erwähnt: Sharina (Sharina) , Amara (Amara)

OUT: Ich hab jetzt nur mit Cyra, weil vor Amy ja noch Shari dran wäre <3
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J.M.Cale
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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   Mo Nov 12, 2018 8:36 pm

Alec Meyer
Infos:  24 Jahre | single | Bester Freund von Cyra (Amara)
ERWÄHNT:Lavine, Cyra, Cale, Sharina, Amara  
ANGESPROCHEN: Cyra (Amara) | Lavina (Lavina) | Mr. Cale (Cale)
Alec's Schicht in der Disco war beendet und er stellte die letzten Gläser beiseite, bevor er sich auf den Weg zurück ins Schloss machen würde.
Manchmal war er am überlegen, sich im Dorf eine kleine Wohnung zu nehmen... jedoch wollte er den Großteil seines verdienten Gehalts sparen, um sich eine Existenz in einer Stadt aufbauen zu können.
Er hatte nicht vor, für immer in diesem Kuh-Kaff zu bleiben... nur hatte er im Moment nicht die Voraussetzungen, um sein Leben ändern zu können.
Aber er vermisste die Stadt... Das rege Treiben, den Lärm, die Aufregung... hier war einfach jeder Tag gleich. Trist und Langweilig. Mit immer den selben Gesichtern, immer den selben Geschichten.
Was solls... irgendwann wäre er hier weg.
Alec nahm seine Jacke und warf sie sich über, während er einem der Türstehen zu zwinkerte und ihm ein Lachen von eben jenem folgte.
Er machte sich auf den Weg zum Schloss und freute sich bereits auf sein Bett... Wie jeden Tag benutzte er die Abkürzung über den Marktplatz.
Sein Blick flog kurz zum Brunnen, jedoch machte er sich keine großen Hoffnungen, dass Cyra tatsächlich da wäre. Vermutlich waren es nur leere Phrasen gewesen, welche sie in ihren Briefen erwähnte.
Er konnte sich nicht vorstellen, dass ein Mädchen wie sie die Strapazen der langen Reise auf sich nehmen und alles hinter sich lassen würde, was sie kannte.
Natürlich wusste er, dass ihr Leben unter Jefferson nicht einfach war... aber irgendwas hielt sie noch immer an dessen Seite. Sei es der Rest von Zuneigung, den sie einst für den Mann empfunden hatte, der so viele Jahre der wichtigste Teil ihres Lebens, ja schon fast ein Vater für sie gewesen war.
Aber vielleicht war es auch nur die Angst vor Veränderung. Wer wusste es schon... vermutlich nicht einmal sie selbst.
Er hatte ihr angeboten, mit ihm zu gehen, als er die Stadt verließ. Doch hatte sie davon nichts hören wollen und so war er alleine gegangen...
Doch wirklich vergessen hatte er sie nie... so kam es, dass er ihr tatsächlich Briefe schrieb.... ER! Aber die junge Frau hatte es geschafft, die verschrumpelte Rosine, welche sein Herz war, zum schlagen zu bringen. Heimlich hatte sie sich hinein geschlichen und wollte nicht mehr hinaus.
Als er es bemerkt hatte, war es schon zu spät gewesen...
Nicht, dass er mehr als Freundschaft für sie empfand... das nicht. Er mochte sie... aber für Liebe war das Gefühl zu schwach – obwohl er, wenn er mal ehrlich zu sich selbst war – diese sowieso noch nie empfunden hatte und deshalb überhaupt nicht wusste, wie sie sich äußerte.
Nur war er der Ansicht, dass das Gefühl einfach stärker sein müsste. Für Cyra verspürte er nur Zuneigung. Er wollte sie beschützen – und selbst das war schon ungewöhnlich für ihn.
Vielleicht war das der Grund, warum er tatsächlich jeden Morgen eine Blick auf den vereinbarten Treffpunkt warf... doch nie stand seine einzige und wohl beste Freundin dort.
Doch heute war etwas anders! Vier Personen hielten sich am Brunnen auf. Aufgeteilt in zwei Grüppchen. Drei der Mädchen saßen, die vierte stand mit dem Rücken zu ihm. Zerlumpt sahen sie alle aus... Müde und erschöpft... vermutlich waren sie, wie so viele andere, auf der Suche zum Schloss.
Nun gut... dies sollte ihn nicht kümmern... Lincoln oder Cale würden sich schon darum kümmern, ihm selbst war es Jacke wie Hose, wer in das alte Gemäuer einzog.
Wäre er nicht so müde, hätte er sich vermutlich ein Bild von den vier Mädchen gemacht, so aber wollte er eigentlich nur in sein Bett und den Tag verschlafen.
Da jedoch bewegte sich die junge Frau, welche noch stand. Ihre Stimme erklang und kurz huschte Unglaube über sein Gesicht. War es möglich, dass...?
“Cyra?“, rief er über den Platz.
Auf seinen Ausruf hin wandte sie den Kopf zu ihm. Sie war es tatsächlich. Selbst mit struppigen Haaren, ohne Makeup und mit schmutziger Kleidung, war sie eine der schönsten Frauen, welche er jemals gesehen hatte.
Zuerst blickte sie verwirrt, dann überrascht, bevor sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete, welches ihm fast den Atem geraubt hätte – wenn er dieses nicht bereits gekannt hätte.
Sie ließ ihren Rucksack fallen und rannte auf ihm zu. Er ging ihr ein Stück entgegen, bevor er sie mit einem Grinsen in die Arme schloss.
Cyra drückte sich an ihn, schlang ihre Arme um seinen Nacken und drückte ihre Lippen auf seine.
Alec wäre nicht er, wenn er sich eine solche Chance entgehen ließe und so erwiderte er den Kuss. Kurz zog sie den Kopf zurück, hauchte ihm zu, dass sie ihn vermisst hatte. Alec antwortete mit einem Brummen, bevor er seinen Kopf wieder zu ihrem neigte. Sie nun seinerseits küsste, den Kuss vertiefend und seine Zunge drängte sich zwischen ihre Lippen. Doch weiter kam er nicht, denn die junge Frau ließ ihn los, als hätte sie sich verbrannt, versteckte ihr Gesicht hinter den Händen und meinte, dass sie schrecklich aussehe.
Er stieß ein leises Lachen aus, packte ihre Handgelenke und zog sie mit leichter Gewalt hinunter, bevor er sie los ließ, mit einer Hand ihr Kinn umfasste und empor hob. “Du bist schöner als jemals zuvor.“, meinte er mit einem schelmischen Funkeln in den Augen. Leicht senkte er den Kopf – und gab ihr einen Kuss auf die Nasenspitze, bevor er einen Arm um ihre Schultern legte und sie mit sich zog.
Sein Weg führte ihn zum Brunnen, wo er das Mädchen anblickte, bei welchem Cyra gestanden hatte. Na... das war ja ein ungleiches Pärchen...
“Cyra hatte mir ja geschrieben, sie hätte etwas mehr Gepäck, als erwartet... aber ich habe dabei eher an eien zusätzliche Reisetasche gedacht.“, meinte er lachend und zwinkerte dem rothaarigen Mädchen zu. “Ich bin Alec – was du dir vermutlich schon gedacht hast. Wie ist dein Name?“
Geduldig wartete er auf eine Antwort, als er eine bekannte Gestalt im Anzug erblickte. Welcher wohl noch mehr das idyllische Bild zerstörte, als die jungen Frauen es konnte.
“Mr. Cale... Kommen Sie mal bitte?“, rief und wartete, bis der Mann bei ihnen war, bevor er zu erklären begann.

James Matthew Cale  
Infos:  39 Jahre | single | geschieden | Bester Freund von Daniel (Catarina) | Mit-Eigentümer der Burg
ERWÄHNT:Lavine, Cyra, Alec, Sharina, Amara, Daniel  
ANGESPROCHEN: Alle am Brunnen

Er war erst mitten in der Nacht aus der nächst größeren Stadt zurück gekehrt und hatte kaum Schlaf gefunden.
Die Fahrt war lang gewesen und es fiel ihm schwer, seine moderne Stadtwohnung zu verlassen, um in das kleine Dörfchen ohne vernünftige Telefon- geschweige denn Internetverbindung zurück zu kehren.
Anfangs hatte er noch versucht, den besten Platz für eine halbwegs ausreichende Verbindung zu finden, diese jedoch alsbald aufgegeben.
Es war reines Glück, wenn er einen stabilen Datenverkehr hatte und tatsächlich arbeiten konnte. Seine Unterlagen und unbearbeiteten Fälle stapelten sich und es gab keine Chance für ihn, diese abzuarbeiten, ohne das Dorf zu verlassen.
Dies war auf Dauer jedoch sehr anstrengend und Zeitaufwändig, sodass er es inzwischen auf zwei bis dreimal im Monat beschränkt hatte.
Wie sein bester Freund Daniel sich hier wohl fühlen konnte, war ihm vollkommen Schleierhaft! Aber von ihren Vorlieben her waren sie auch einfach Grundverschieden.
Dieses Mal war sein Stadtbesuch auch nicht unbedingt positiv gewesen...
In seinem E-mail-Postfach hatte er eine Nachricht von Jenna gehabt, welche ihm mitteilte, dass sie die gemeinsame Schwester Rosalie für eine Weile in seine Obhut zu geben gedachte...
Dies passte ihm so gar nicht in den Kram. Er hatte keine Lust, sich mit einem pubertierendem Kind herum zu ärgern... Zudem er sie kaum kannte. Er hatte sie das letzte Mal an ihrem zweiten Geburtstag gesehen und seitdem den Kontakt zu seiner Familie nicht mehr gesucht.
Umso überraschender kam für ihn die Nachricht... und er hasste Überraschungen. Sein Leben war strikt geordnet, bis ins kleinste Detail geplant....
Und die Verantwortung für Rosalie zu übernehmen – und sei es nur für eine kleine Weile - passte einfach nicht hinein.
So hatte er Jenna kurz und bündig mit Nein. Das ist unmöglich. geantwortet... und er hoffte, sie würde die Antwort erhalten, bevor sie das Mädchen tatsächlich in den nächsten Bus setzte...
Die andere Nachricht war von seines Ex-Frau gewesen... diese Nachricht hatte ihm doch ziemlich zugesetzt. Er hatte sie um ein Treffen gebeten und war sich eigentlich sicher gewesen, dass sie zustimmen würde...
Doch war die Antwort mehr als ernüchternd gewesen – zudem er es nicht kannte, dass ihm jemand etwas abschlug.
Ariana jedoch war nie jemand gewesen, der ihm alles recht zu machen gedachte. Sie hatte ihren eigenen Kopf, hatte ihm stets widersprochen, wenn ihr etwas nicht gefiel... Dafür hatte er sie geliebt – und tatsächlich tat er es immer noch.
Als sie de Trennung wollte, hatte es ihn schwer getroffen, auch, wenn er dies nicht einmal vor Daniel zuzugeben gedachte. Es nicht zugeben konnte.
Jedenfalls meinte sie, dass noch nicht genug Zeit vergangen war, um ihn unvoreingenommen wieder sehen zu können... Es hatte gesessen, ihn tatsächlich verletzt. Hatte er doch insgeheim gehofft, dass ihre Liebe noch eine Chance gehabt hätte. Aber gut... es ließ sich nicht ändern... und betteln tat er nicht.
So also war er zurück gekehrt und schon jetzt bemitleidete er sich selbst, als er nach dem Duschen seine Kleidung anzog und sich aus seinem Haus bewegte, welches am Rande des kleinen Dorfes, höchst unpassend und zum Missfallen der Dorfbewohner, errichtet worden war.
Seine Business-Schnürer waren auf Hochglanz poliert... jedoch würden sie schon bald mit Staub bedeckt sein, wenn er erst den Waldweg zum Schloss absolviert hatte.
Natürlich hätte er sich auch Turnschuhe anziehen können... aber fühlte er sich in diesen einfach nicht wohl und so lief er lieber Overdressed herum – jedenfalls, wenn man es in Anbetracht dessen sah, was die Bewohner des Schlosses und des Dörfchens trugen.

Matt ging die gepflasterten Straßen entlang, Richtung Marktplatz, um von dort aus die Einkaufsstraße entlang zum Park zu gehen, welcher der schnellste Weg zum Wald und somit zum Schloss war.
Zwar bemerkte er die Jugendlichen, jedoch beachtete er sie nicht weiter, bis eine Stimme ihn aufhielt. Innerlich genervt wandte er den Kopf zu Alec, welcher schon seit einigen Wochen im Schloss lebte. Dieser rief ihn zu sich und obwohl es ihm widerstrebte, trat er zu ihnen.
Ein Lächeln auf den Lippen, welches seine Augen nicht wirklich zu erreichen schien.
“Alec... sollten Sie nicht schon längst auf dem Weg zum Schloss sein?“, fragte er ihn und warf dabei einen Blick auf das Mädchen, welchem der Mann den Arm um die Schultern gelegt hatte. Selbst in ihrem zerrupften Zustand war sie hübsch und vermutlich würde Daniel Freudensprünge machen, sollte er sie erblicken.
Ruhig hörte er sich die Erklärung Alec's an, dass die junge Frau eine Freundin von ihm wäre und zusammen mit ihrer Begleitung um Aufnahme im Schloss bat. Kurz huschte sein Blick zu der rothaarigen, welche auf den Stufen des Brunnens saß. Ebenso auf die beiden anderen Frauen, welche sich auf der Gegenüberliegenden Seite aufhielten.
Sie sahen auch nicht so aus, als hätten sie ein Heim... na ganz toll... noch mehr Landstreicher... als würden die im Schloss nicht reichen.
Er ekelte sich ja schon davor, sie nur anzusehen... in ihrer Nähe zu sein... unverständlich, wie Alec eines von ihnen berühren konnte... wo sie vor Dreck nur so starrten...
“Ihr seid also auf der Suche nach einem Ort, wo ihr Willkommen seid? Dann stelle ich mich kurz vor. Mein Name ist Mr. Cale. Zusammen mit meinem Geschäftspartner Daniel Lincoln habe ich vor einigen Monaten das Schloss, sowie das Umliegende Gebäude gekauft, um jungen Menschen einen Platz zu bieten, wo sie ihrer Vergangenheit entfliehen könnten. Es gibt Regeln, an die ihr euch halten müsst, wenn ihr zu uns kommen möchtet.“ Er machte eine kurze Pause, sah jedes der Mädchen an, auch die beiden, die nun langsam zögernd näher kamen.
“Wir möchte nicht wissen, was euch anleitete, davon zu laufen und eurem bisherigen Leben den Rücken zu kehren. Solange ihr euch anständig benehmt, seid ihr bei uns herzlich Willkommen. Wie lauten eure Namen?“ Abwartend blickte er in die kleine Runde.


Zuletzt von J.M.Cale am Do Nov 15, 2018 6:16 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Amara L. Dubois

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   Di Nov 13, 2018 7:25 pm

Amara

Amara saß auf dem Rand des Brunnens, hatte die Beine an den Körper gezogen und umschlang sie mit den Armen. Sie war schrecklich müde und es fehlte nicht viel, sodass sie genau hier an Ort und Stelle eingeschlafen wäre. Der lange Marsch hatte nun doch seinen Tribut gefordert und sie hatte nicht mehr die Kraft, noch weiter durch die Gegend zu irren.
Sie war es leid... das nicht enden wollende Suchen nach dem Ort, an welchen sie Zuflucht und Sicherheit finden konnte. Wenigstens fürs erste.
Zudem sie sich auch Sorgen um Sharina machte. Die junge Frau sah genauso fertig aus wie sie... und vermutlich fühlte sie sich auch so. Was würde Amara nicht alles für eine heiße Dusche und ein weiches Bett geben...
Ihre Reisebegleitung, welche inzwischen ihre Freundin geworden war, setzte sich zu ihr und auf die Aussage, dass sie keine Ahnung hatte, wo und ob sie richtig waren, nickte diese. Ihre Antwort kam leise, sodass Amara ihren Kopf zu Sharina wandte, um auch alles verstehen zu können.
Leise seufzte sie drauf hin. “Es ist doch zum verrückt werden... ich war mir so sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind... aber nun...“ Sie sprach nicht weiter, denn Worte waren überflüssig. Wussten sie doch beide, wie der Satz zu beenden war...
Die Aussage Sharina's, dass auch ihre Beine schmerzten, kommentierte sie nicht, legte ihr jedoch mitfühlend die Hand auf die Schulter. Ließ sie kurz liegen, bevor sie sich zurück zog und auf die nächste Frage hilflos mit den Schultern zuckte.
“Und was? Außer meiner Kleidung und der Bürste habe ich bereits alles versetzt, was ich habe...“, meinte sie, spielte dabei aber mit einem kleinen Anhänger, welcher an einer zierlichen Silberkette um ihren Hals lag. Die letzte Erinnerung an ihre Familie... von dieser würde sie sich niemals trennen können.
Da traten zwei fremde Personen näher, jedoch bewegten sie sich zur anderen Seite des Brunnens. Sie sahen vielleicht nicht ganz so ko aus, wie es Sharina und Amara taten, jedoch waren auch sie schmutzig und zerzaust.
Hoffnung stieg im Herzen der jungen Frau auf. Waren sie doch richtig? Sie wagte es kaum zu hoffen...
Sie zögerte. Wollte sie ansprechen, hatte jedoch Angst vor einen negativen Antwort. So kaute sie nur auf ihrer Unterlippe herum, während sie ihren nächsten Zug überlegte.
Heimlich beobachtete sie die beiden Frauen. Sie unterhielten sich scheinbar, jedoch verstand sie nicht, worum es ging. Eine der beiden hatte einen Brief in der Hand, steckte ihn jedoch kurz darauf wieder weg.
Amara erhob sich, straffte die Schultern und wollte sich gerade zu den beiden begeben, als ein Ruf sie abhielt.
Sie wandte den Kopf und erblickte einen jungen Mann, welcher wirklich unglaublich gut aussah. Sie zog eine Augenbraue hoch, als das braunhaarige Mädchen auf ihn zu lief und ihm um den Hals fiel.
Der Kuss, welcher folgte, ließ sie fast erröten. Oh man... warum nahmen sie sich nicht gleich ein Zimmer?
Kurz darauf jedoch traten die beiden gemeinsam an den Brunnen, wo das rothaarige Mädchen noch wartete. Sie spitzte die Ohren und hörte, wie der junge Mann aufblickte und jemanden etwas zurief.
Ziemlich viel Verkehr zu so früher Stunde!
Ein Mann trat zu ihnen. Älter als die anderen. Ende 30, Anfang 40 vielleicht, so schätzte sie. Doch was dann kam, ließ sie aufspringen.
Sie hörte, wie etwas von einem Schloss gesagt wurde und sie ergiff Sharina's Hand. Zog diese mit sich, näher zu den vier fremden Personen. Der Blick des älteren Mannes fiel auf sie... Er sah unbestreitbar gut aus... jedoch hatte er etwas an sich, was ihr riet, sich schleunigst davon zu machen. Irgendetwas... kaltes.
Amara schüttelte den Kopf. Sie litt scheinbar schon unter Verfolgungswahn aufgrund der langen Reise, nur mit Sharina als Menschlichen Kontakt.
Der Mann stellte sich als Mister Cale vor, erklärte ein paar scheinbar wichtige Dinge und warf erneut einen Blick in die Runde, als er fragte, wen er denn vor sich hatte.
Amara wartete, doch keiner sagte einen Ton... So kratzte sie ihren ganzen Mut zusammen und trat vor. “Ich heiße Amara Lucienne Dubois. Ich habe keine Familie, niemanden, wo ich hin könnte. Ich habe gehört, dass es hier ein Schloss geben soll, wo Menschen wie ich Unterschlupf finden... Ich würde dieses gerne in Anspruch nehmen.“ Sie drückte Sharina's Hand, wollte ihr Mut machen, nun ebenfalls zu sprechen.

Angesprochen: Sharina (Sharina), Cale (Cale)
Erwähnt: Alec (Cale), Lavina (Lavina), Amara (Amara)
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Sharina Madani

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   Mi Nov 14, 2018 9:04 am

Sharina Madani
Infos: 18 Jahre / single
ERWÄHNT: Alec, Cyra, Lavina
ANGESPROCHEN: Amara, Matt


Die junge Frau hatte sich neben Amara auf die Steinstufen des Brunnens gesetzt. Mit einer Hand strich sie ihre langen Haare hinter ihre Schultern, sie brauchte unbedingt wieder eine Bürste mit der sie die Knötchen entwirren konnte. Sharina lauschte Amaras Worten, leise seufzte sie und nickte dabei. „Das Dorf sieht wirklich so aus…wie in der Beschreibung“, seufzte sie. Auf Amaras nächste Worte hin zuckte sie mit den Schultern. „Vielleicht finden wir ja etwas…ich weiß auch nicht“, murmelte sie und erschauderte leicht. Sie fühlte sich so dreckig und sah wahrscheinlich auch so aus. Sharina hob den Kopf als zwei ihr fremde Personen sich dem Brunnen näherten. Allerdings gingen diese auf die andere Seite des Brunnens. Sharina sah ihnen nach, die beiden anderen Frauen sahen auch erschöpft aus, jedoch nicht so verwahrlost wie sie und Amara. Sharina wandte den Blick wieder ab und sah zu Amara, diese kaute gerade auf ihrer Unterlippe herum. Plötzlich erhob sie sich, wobei Sharina sie leicht verwirrt ansah. „Was ist denn los?“, fragte sie verwirrt. Sharina sah auf als sie einen Ruf hörte. Sie wandte sich um und erblickte einen jungen Mann, er auf die anderen beiden Mädchen zuging. Eine von ihnen fiel ihm um den Hals und Küsste ihn. Sharina wandte leicht den Blick ab als sie einen weiteren Mann erblickte. Er war älter als der andere, Mitte 30 vielleicht. Aber Sharina konnte sich auch irren. Sie war unendlich schlecht im Schätzen des Alters. Sharina keuchte erschrocken auf als Amara plötzlich ihre Hand packte und sie zu den anderen Personen zog. „A-Amara!“, sagte sie irritiert. Sie verstand nicht, warum die andere Frau so plötzlich zu den anderen wollte. Sie hatte auch die Worte des Mannes, der über ein Schloss erzählte, nicht verstanden. Sharina hob den Kopf als der Mann anfing, sich vorzustellen. Er hieße Mr. Cale, erzählte, wie er mit einem Geschäftspartner ein Schloss und das Gelände darum gekauft. Er wollte…Sharina schnappte nach Luft. Er wollte jungen Menschen einen Platz zum Leben geben. Jungen Menschen wie ihr und Amara. Sharina erstarrte leicht als er auch sie und Amara ansah. Dieser Mann wirkte kalt und gefährlich, aber sie zwang sich dazu, stehen zu bleiben und nicht zurück zu weichen. Er redete weiter und meinte, dass er nicht wissen wolle, warum sie abgehauen waren, solange sie sich benahmen. Er fragte dann nach ihren Namen, woraufhin Amara sofort antwortete. Sie stellte sich vor und sagte auch gleich, dass sie von diesem Schloss gehört habe und dass sie sein Angebot gerne in Anspruch nehmen würde. Amara drückte dann Sharinas Hand, woraufhin diese leicht schluckte und den Mann ansah. „Mein Name ist Sharina Madani, 18 Jahre alt…auch ich habe kein Zuhause mehr und würde gerne ihr Angebot annehmen, Sir“, sagte sie mit einem leichten Zittern in der Stimme. Ihr Herz schlug Purzelbäume und sie hoffe so sehr, dass er sie und Amara mitnehmen würde. Ach quatsch, Amara würde er sicherlich mitnehmen, sie eben hoffentlich auch. Sharina drückte Amaras Hand und schluckte nervös. Was, wenn er sie nicht mitnehmen würde? Dann würde sie alleine weiterziehen müssen. Aber warum sollte er sie eigentlich nicht mitnehmen? Sie konnte kochen, war sozial und…ja…sie würde sich wirklich freuen endlich wieder einen Ort zu haben, wo sie Leben könnte. „Sind dort auch schon andere, Sir?“, fragte sie vorsichtig, sie wollte den Mann nämlich nicht bei einer etwaigen weiteren Ansprache unterbrechen. Er hatte sich zwar als ein Mr. Vorgestellt, aber ihr erschien es dennoch als angebracht, ihn als Sir anzusprechen. Er strahlte einfach diese Macht aus, dass er diesem Titel, dieser Anrede, gerecht wurde. Sharina wandte kurz den Blick von ihm ab und sah zu den anderen Mädchen und dem jungen Mann. Kamen sie auch mit? Waren sie nett? Sharina wollte keine Schwierigkeiten, einfach nur einen Ort an dem sie leben konnte. Sie wandte den Blick wieder von den anderen ab und sah Mr. Matt erneut an, allerdings nur seine Nasenspitze. Man hatte ihr beigebracht, solche Männer wie ihm nicht direkt in die Augen zu sehen. Sie war auch froh darum, denn irgendwie jagte er ihr ein wenig Angst ein. Obwohl dies unnötig war. Immerhin gab er ihnen ein Zuhause, oder etwa nicht? Er konnte kein schlechter Mensch sein, sonst würde er nicht wildfremde Menschen aufsammeln und ihnen einen Ort zum Leben geben.
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Lavina

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   Do Nov 15, 2018 8:09 pm

Lavina

Die Worte von Cyra hatten nicht den Effekt, den Lavina sich gewünscht hätte. Anscheinend waren die Abmachungen sogar noch vager getroffen worden, als sie zuerst dachte und das war alles andere als beruhigend. Außerdem war die Sonne bereits aufgegangen und es war immer noch nichts von ihm zu sehen, obwohl er in dem Brief von dem Sonnenaufgang gesprochen hatte.
Aber etwas Anderes hatte Lavinas Interesse geweckt. Er ging zum Schloss? Warum sollte es hier, mitten im Nirgendwo ein Schloss geben? Arbeitete der Freund etwa dort? Ein anderer Grund fiel ihr spontan nicht ein, warum er sonst jeden Tag dorthin gehen würde.
Mit einem Mal ertönte eine Stimme, die laut Cyras Namen rief. Endlich! Bereits im nächsten Moment ließ eben diese dann ihren Rucksack fallen, rannte förmlich auf ihn so und begrüßte ihn mit einer stürmischen Umarmung. Und…okay. Offensichtlich hatte die Ältere etwas ausgelassen, als sie von Alec erzählt hatte. Zwar hatte Lavina keine Freunde gehabt, aber sie war sich sicher, dass man sich normalerweise anders begrüßt. Sobald sie verstand, was da gerade passierte, wand sie schnell den Kopf ab. Sie dachte es wäre unhöflich, die beiden so anzustarren und irgendwie wollte sie auch nicht diesen privaten Moment zwischen den beiden zerstören. In der Zeit, in der sie sich nicht gesehen hatten, mussten sie sich anscheinend sehr vermisst haben. Vor allem wenn die einzige Möglichkeit zu kommunizieren per Post war.
Also starrte sie nur auf die Spitzen ihrer braunen Stiefel und sah erst wieder auf, als sie eine Bewegung aus dem Augenwinkel wahrnahm. Schnell stand sie vom Brunnenrand auf und stellte sich hin. Die Arme verschränkte sie unbewusst vor der Brust, nicht aus Trotz oder zur Provokation, sondern einfach nur, weil sie sich so wohler fühlte. Vor ihr stand ein relativ großer Mann mit dunklem Haar und hellen Augen. Einen Arm hatte er lässig um Cyras Schulter gelegt, eine sehr vertraute Geste. Auf der Stelle war Lavina sehr verunsichert. Zum einen wurde ihre Befürchtung, das sprichwörtliche fünfte Rad am Wagen zu sein, jetzt bewahrheitet, wenn nicht sogar übertroffen. Zum anderen machte sie die Art von Alec nervös. Er machte eine Bemerkung darüber, dass er nicht erwartet hatte, Cyra in Begleitung vorzufinden und lachte. Lavina lächelte ein wenig gequält und machte ein paar leise Laute, die ebenfalls ein Lachen darstellen sollten. Aber sie war eine miese Schauspielerin. Dass Alec ihr dann auch noch zuzwinkerte, machte es nicht besser.
"Lavina", stellte sie sich dann knapp vor. "Fische", fügte sie dann noch hinzu, wissend, dass es eigentlich überflüssig war. Wahrscheinlich konnte der Mann eh nichts damit anfangen und es würde ihn nur verwundern oder er würde sie für komisch halten. Aber es fühlte sich trotzdem richtig an, es dazuzusagen. Immerhin war es ein wichtiger Teil von ihr und eigentlich war es nur fair, ihrem Gegenüber eine Chance zu bieten, sich anhand ihres Sternzeichen ein erstes Bild über sie machen zu können. Natürlich konnten die Sterne unmöglich alle Facetten eines Charakters ergreifen, aber sie war fest überzeugt, dass eine ungefähre Einordnung korrekt sein wird.
Mit einem Mal fiel ihr wieder die Sache mit dem Schloss ein und sie versuchte Alec unauffällig zu mustern. Natürlich wollte sie keine voreiligen Schlüsse ziehen, aber er wirkte nicht so, als ob er an einem so feinen Ort arbeiten würde. Zumindest stellte sie es sich sehr fein vor. In einem echten Schloss war sie noch nie gewesen, da sie kaum je irgendwo in den Urlaub gefahren sind und bei ihnen in der Nähe gab es nichts dergleichen. Ihr sämtliches Wissen über Schlösser zog sie also aus den kurzen Stunden, in denen ihre Mutter ihr erlaubte Fernsehen zu schauen.
Die Welle an Trauer kam wie immer vollkommen unerwartet. In einem Moment war sie noch in Gedanken bei Schlössern, im nächsten schon wieder am Krankenhausbett. Noch immer hatte sie den Geruch des Desinfektionsmittel in der Nase, das Piepen der Geräte im Ohr und das schwache Lächeln von Sarah McLaughlin vor den Augen. Wahrscheinlich wäre sie jetzt und hier, mitten auf dem Marktplatz in Tränen ausgebrochen, hätte nicht Alecs Stimme sie wieder in die Jetztzeit zurückgebracht. Er rief einen Mann zu sich, den Lavina erst jetzt bemerkte. Sie schätze, dass er ein wenig älter war als sie alle, obwohl er noch recht jung wirkte. Alec nannte ihn Mr. Cale und erklärte, dass sie und Cyra einen Ort zum Wohnen benötigen würden. Auch das war Lavina neu. Eigentlich hatte sie damit gerechnet, dass sie bei dem jungen Mann selbst unterkommen würden. Nicht, dass sie das unbedingt wollte, aber immerhin war er ein Freund von Cyra. Nun jedoch lauschte sie verwundert den Worten von Mr Cale, der meinte, dass ihm das Schloss gehöre und sie ihnen jungen Leuten dort Unterschlupf gewähren würden.
Lavina runzelte ein wenig verwirrt die Stirn, noch nicht ganz sicher, was sie von der Sache halten sollte. Leute, die vor ihrer Vergangenheit davonliefen…das klang irgendwie gefährlich und nicht nach dem, was sie brauchte. Allerdings hatte sie sich vorhin noch gesagt, dass sie alles nahm, was nun kommen würde. Deshalb hörte sie sich die Vorstellungen von den anderen beiden Frauen an, die ebenfalls an dem Brunnen waren. Die eine stellte sich als Amara vor, die andere als Sharina. Und obwohl nicht verlangt wurde, dass man seine Geschichte preis gab, waren diese beiden Frauen offenbar doch bereit dazu, zumindest etwas Informationen weiterzugeben. Während sie sprachen, starrte Lavina die ganze Zeit in den Himmel. Zwar wollte sie eben noch die Geschichten der beiden wissen, aber jetzt, wo sich ihr tatsächlich die Chance bot, zuzuhören, war es ihr irgendwie unangenehm. Der Moment schien ihr nicht angebracht.
"Ich heiße Lavina", meinte sie also nur und blickte die einzelnen Leute in der Gruppe widerwillig an, als die anderen beiden fertig waren. Das würde genügen.
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Amara L. Dubois

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   Do Nov 15, 2018 8:26 pm

Cyra

Auf ihre Antwort sagte Lavina nichts mehr und so stellte sich abermals ein unangenehmes Schweigen zwischen ihnen ein. So war Cyra froh, als die Ablenkung in Form von Alec auf den Plan trat.
Es kam selten vor, dass Cyra tatsächlich glücklich war... doch in diesem Moment, in Alecs Armen... da hätte sie nirgends anders sein wollen. Nachdem sie ihm um den Hals gefallen war und er sie an sich zog, hatte sie ihn aus einer Eingebung heraus geküsst und er hatte es direkt ausgenutzt und den Kuss erwidert.
Sie schloss die Augen und gab sich ganz dem Gefühl hin, welches die Berührung seiner Lippen durch ihren Körper jagen ließ. Doch trotzdem unterbrach sie den Kontakt kurz darauf, denn sie musste ihm einfach sagen, dass sie ihn vermisst hatte. Zu ihrer leichten Enttäuschung jedoch kam außer einem Brummen keine Antwort von ihm. Stattdessen küsste er sie erneut, was jegliches Denken aus ihrem Kopf verschwinden ließ. Sie hatte viele Männer gehabt. Unzählig und nicht immer ganz freiwillig... doch nie hatte sie diese Wärme gespürt, welche sie in der Nähe Alec's zum erzittern brachte. Cyra spürte, wie sich seine Zunge zwischen ihre Lippen zu drängen versuchte und leise seufzte sie, wurde wie Wachs in seinen Armen. Nur mühsam gelang es ihr, sich von ihm zu lösen, denn der Gedanke, wie furchtbar sie doch aussehen musste, verscheuchte jegliche Glücksgefühle aus ihrem Körper. So hatte sie sich von entfernt und ihr Gesicht hinter ihren Händen versteckt. Sie hörte, wie er lachte und es schmerzte sie... doch noch während der dunkle Ton verklang, umfassten starke Hände ihre Handgelenke und drückten sie mit leichter Gewalt hinunter, von ihrem Gesicht weg. Unfähig sich dessen zu erwehren, blickte sie, plötzlich unsicher geworden, einen unsichtbaren Punkt auf seiner Brust mit großen Interesse an. Überrascht war sie, als sich nun eine Hand unter ihr Kinn legte und sie zwang, zu ihm empor zu sehen. Der Blick seiner grauen Augen war frech, doch seine Worte waren es, welche ihr Herz so stark schlagen und ihre Augen mit Tränen füllen ließ. Du bist schöner als jemals zuvor... Wie schaffte er es nur, ihr in so wenig Worten, in so kurzer Zeit das Gefühl zu geben, die einzige Frau auf der Welt für ihn zu sein? Obwohl sie doch wusste, dass es nicht so ist, ja niemals so sein würde.
Cyra hatte die Frauen nie verstanden, welche sich bei ihm die Klinke in die Hand gaben... Hatte nie verstanden, warum sie sich um einen Mann rissen, welcher ganz offen an jeder Hand mehr Frauen als Finger hatte... Auch als sie sich näher kennen lernten und sie seinen Charme, seine dezent Rücksichtslose Art und seinen schwarzen Humor bemerkte, hatte sie es zwar nachvollziehen, aber trotzdem nicht wirklich verstehen können. Aber nun... nach disem einfachen Satz, wurde ihr bewusst, warum so viele Frauen auf ihn fliegen und an ihm Klebten, wie Bienen am Honig. Er schien der Frau, mit der er im Moment zusammen war, dass Gefühl zugeben, nur sie würde für ihn existieren. Ein Gefühl, welches für Cyra so viel schöner, so viel greifbarer war als jedes geschleimte Kompliment, welches sie über die Jahre von den Männern hatte hören müssen. Wenn sie es vorher nicht gewesen war, so war es dieser Moment gewesen, in den sie sich in ihn verliebte... Sich selbst dafür verfluchend, sich selbst hassend, an einen Mann wie ihn ihr Herz zu verlieren, konnte sie es doch nicht verhindern. “Sag so etwas nicht...“; murmelte sie verlegen und mit roten Wangen. Ihre Lider senkten sich, als er abermals den Kopf zu ihrem neigte. Ihre Lippen öffneten sich in Erwartung eines weiteren Kusses... doch traf dieser bloß ihre Nasenspitze. Enttäuschung durchflutete sie, doch versuchte sie, sich diese nicht anmerken zu lassen.
Sein Arm legte sich in einer fast Besitzergreifenden Geste um ihre Schultern und er führte sie zurück zu Lavina – welche sie selbst inzwischen total vergessen hatte. Ihre Augen huschten von Alec zu Lavina und sie ertappte sich bei der Frage, ob der Mann, welcher über die Monate zu ihrem besten Freund geworden war, ihre... Reisebegleitung... anziehend finden würde. Vermutlich nicht... so hoffte sie. Sah die junge Frau mit ihrem struppigen, roten Haar wie eine Hexe aus.. lenkten diese von dem eigentlich recht hübschen Gesicht ab. Doch Alec begrüßte sie, wie er einen jeden begrüßte, mit seiner speziellen Art von Humor und einem zwinkern, bei dem ihr selbst die Knie weich geworden wären. Doch Lavina sagte nur kurz angebunden ihren Namen und... Fische... Was zum Teufel sie damit meinte, wusste Cyra nicht, konnte sich nicht einmal Ansatzweise vorstellen, dass es dabei um Sternzeichen ginge. “Ich erkläre dir später, warum wir zu zweit sind...“, meinte sie, um die Aufmerksamkeit des Mannes wieder auf sich zu lenken.
Der unsinnige Wunsch, einem jeden der hier anwesenden die Augen zuhalten zu müssen, damit sie ihn nicht anblicken konnten, ließ sich nur schwerlich wieder begraben. Während sie darüber nachdachte, erschallte Alec's Stimme laut neben ihr und sie zuckte leicht zusammen, blickte fragend zu ihm. Doch sah er sie nicht an, sondern über ihren Kopf hinweg. Sie blickte ebenfalls in seine Richtung und erblickte einen Mann im Anzug. Deutlich älter als die restlichen Anwesenden, passte er so gar nicht in das Idyllische Bild, welches das Örtchen und die Umgebung vermittelt hatten. Stattdessen wirkte er, wie einer dieser rücksichtslosen Kredithaie, welche kleine Läden – zur Not auch mit Drohungen – aufkauften, um sie abzureißen und ein riesiges Einkaufszentrum an dessen Stelle zu bauen. Doch trotz allem musste sie zugeben, dass er gut aussah und unbewusst strich sie sich die Haare aus dem Gesicht und schenkte ihm ein – hoffentlich – sinnliches Lächeln.
Cyra hörte die Frage an Alec, doch ging diese sie ja nichts an und so hörte sie sich die Erklärung ihres Freundes an. Auch die anderen beiden Personen am Brunnen traten nun näher und abschätzig betrachtete sie diese. Furchtbar... die sahen ja noch viel schlimmer aus, als wie sie sich fühlte! Doch weiter kam sie mit ihren Gedanken nicht, denn nun richtete der Mann im Anzug seine Worte an alle umstehenden – und ihr Herz schlug schneller. Sie war tatsächlich angekommen. Die lange Reise hatte ein Ende. Er erklärte kurz und kühl, wer er wäre und was er erwartete. Am Ende seiner Ausführungen fragte er, mit wem er es zu tun hatte. Zuerst antworteten die anderen beiden Mädchen. Sharina und Amara. Und auch Lavina stellte sich vor – genauso kurz angebunden und seltsam, wie sie es bereits auf der ganzen Reise gewesen war... Als diese endete, räusperte sie sich leicht, um auf sich aufmerksam zu machen und sagte mit einer absichtlich leicht rauen Stimme: “Ich heiße Cyra Johnson und bin 19 Jahre alt. Alec hat mir in seinen Briefen von diesem Ort geschrieben und da ich zuhause nicht bleiben konnte, habe ich zusammen mit meiner... Bekannten den langen, anstrengenden Weg absolviert, um hier eine Bleibe finden zu können.“ Sie blickte zu Lavina um zu verdeutlichen, wen sie meinte.

angesprochen: Cale (Cale) , Alec (J.M.Cale)
erwähnt: Sharina (Sharina) , Amara (Amara), Lavina (Lavina)
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J.M.Cale
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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   Fr Nov 16, 2018 7:04 pm

Alec Meyer
Infos:  24 Jahre | single | Bester Freund von Cyra (Amara)
ERWÄHNT:Lavine, Cyra, Cale, Sharina, Amara  
ANGESPROCHEN: Cyra (Amara) | Lavina (Lavina) | Mr. Cale (Cale)

Tatsächlich war er in diesem Moment ziemlich zufrieden. Seine beste Freundin in seiner Nähe zu haben, war ziemlich befriedigend. Niemals hätte er vermutet, dass er sie doch so stark vermisst hatte, wie es ihm nun deutlich wurde.
Als sie nach seinen Worten nicht mehr wagte, in sein Gesicht zu sehen und stattdessen seine Brust betrachtete, hob er ihr Kinn an, sah ihr in die schönen, dunkelbraunen Augen, welche verräterisch glitzerten. Es verwirrte ihn, jedoch drang diese Irritation nicht nach außen.
Leise flüsternd erklärte sie, dass er so etwas nicht sagen solle und entlockte ihm dafür ein weiteres, breites Grinsen. “Ich sage immer, was ich denke.“, gab er nur zur Antwort, bevor er ihr einen Kuss auf die Nase gab. An ihrer Reaktion hatte er gemerkt, dass sie anderes erwartet hatte... doch sollte man diese nicht immer erfüllen und seinen Gegenüber ruhig mal zappeln lassen.
So fasste er sie also bei der Hand und führte sie zurück zu ihrer Begleitung. Der jungen Frau mit den langen, rot gelockten Haaren.
Er beobachtete Lavina für einen kurzen Moment. Das Mädchen bestaunte ihre ausgelatschten Schuhe...ob aus ehrlichem Interesse oder aus Schüchternheit wusste er nicht, jedoch sprang sie förmlich auf die Füße, als er vor ihr zum stehen kam.
Ihre Arme vor der Brust verschränkt und ihn mit einem seltsamen Blick taxierend. Ob sie diese Haltung aus Unsicherheit oder dem Versuch Distanz zu wahren einnahm, wusste er nicht. Dies war ihm im Grunde aber auch egal. Sie würde in seiner Gegenwart schon noch lockerer werden – immerhin werden sie sich in der nächsten Zeit mit Sicherheit des öfteren über den Weg laufen.
Das andere in seiner Gegenwart dazu neigten, eine gewisse Nervosität an den Tag zu legen, war ihm bewusst. Aber wer nicht total schüchtern war oder einen Stock im Arsch hatte, der kam im großen und ganzen mit seinem Verhalten auf Dauer klar. Jedenfalls bisher. Bekanntlich gab es ja für alles ein erstes Mal.
Auch ihre Antwort kam kurz angebunden. Nur ihr Name und eine nachfolgende Aussage, die er Anfangs überhaupt nicht begriff. Was zum Teufel meinte sie mit Fische? Der Ausdruck, welcher über sein Gesicht huschte, zeigte seine anfängliche Verwirrung und er beobachtete sie einen Moment schweigend, taxierend, nachdenklich.
Nach einem Moment der Stille jedoch erhellte sich seine Miene. Allzu viel konnten ihre Worte ja auch nicht bedeuten... “Ich hab zwar keine Ahnung von Sternzeichen und ihren Bedeutungen... Aber wenn es dir hilft. Ich bin Zwilling.“
Das Lavina nichts weiter sagte, wandte er den Blick ab, so bekam er den traurigen Ausdruck nicht mit, welcher über ihr Gesicht huschte – vermutlich hätte er diesen aber sowieso nicht zu deuten vermocht.
Er sah kurz zu Cyra, als diese meinte, sie würde ihm später erklären, warum sie Lavina im Schlepptau hatte, jedoch kommentierte er es nicht. Was sollte er dazu auch groß sagen?
Da wandte er sich doch lieber an einen der Eigentümer der Zuflucht, welcher just in diesen Moment vorbei ging.
An dessen Blick konnte selbst er erkennen, dass er nicht ganz glücklich mit der Bitte um Gesellschaft war, jedoch trotzdem zu ihnen trat – einen Spruch natürlich nicht unterdrückend.
“Schicht jetzt erst zu Ende.“, meinte er mit einem breiten Grinsen, doch schien es Mr. Cale überhaupt nicht zu interessieren. Was solls.
Während der ältere Mann erzählte, bemerkte Alec eine Bewegung aus den Augenwinkeln und sah zur Seite. Blickte die beiden jungen Frauen an, welche sich nun dazu gesellt hatten und taxierte sie von oben nach unten.
Er kam zu dem Schluss, dass sie mit Sicherheit sehr hübsch waren und er ihnen einen zweiten Blick würde gönnen, sobald sie sich von dem Schmutz befreit hatten, welcher sie von oben bis unten bedeckte. Amara und Sharina... er würde sich diese Namen merken.
Vorerst schenkte er den beiden jedoch nur ein schiefes Lächeln, bevor er von Cyra abgelenkt wurde, welche sich räusperte und in einer leicht heiseren Stimme nun ebenfalls ihren Namen nannte.
Der Offensichtliche Versuch, mit dem älteren Mann einen Flirt zu beginnen oder ihm jedenfalls im Gedächtnis zu bleiben, ließ ihn die Augen verdrehen. Sie konnte es einfach nicht lassen, kam nicht aus ihrer Haut.
Aber was bildete er sich ein Urteil.... war er selbst doch nicht unbedingt besser wie sie. Sollte sie flirten, mit wem sie wollte – zudem sie bei diesem Kerl wohl sowieso keine Chance hatte.
Konnte er sich doch nicht daran erinnern, dass Mr. Cale überhaupt an irgendeinem weiblichen Wesen Interesse gezeigt hatte, seit Alec im Schloss lebte – und an männlichen scheinbar auch nicht.
Von seinen Gedanken wurde er abgelenkt, als die exotisch aussehende junge Frau höflich nachfragte, ob dort schon andere wären. Sir... Er konnte sich das Lachen aufgrund dieser Aussage nur schwer verkneifen. Jedoch war er sich sicher, dass es dem Mann im Anzug gefallen würde – jedenfalls so, wie er ihn einschätzte.
Allerdings hoffte er, dass Cale nicht mehr ganz so lange quatschen würde.... er wollte einfach nur hoch und ab ins Bett...

James Matthew Cale  
Infos:  39 Jahre | single | geschieden | Bester Freund von Daniel (Catarina) | Mit-Eigentümer der Burg
ERWÄHNT:Lavine, Cyra, Alec, Sharina, Amara, Daniel  
ANGESPROCHEN: Alle am Brunnen

Seine Laune nicht unbedingt positiv zu nennen, war es bei ihm glücklicherweise so, dass man es ihm nicht anzumerken schien.
Durch sein doch recht beherrschtes Wesen hatte er seine Gefühle ziemlich gut im Griff. Wäre auch traurig, wenn er seine Klienten angiften würde, nur weil er privaten Stress hatte.
So reagierte er in der jetzigen Situation mit einem kühlen Lächeln, freundlich, zeitgleich jedoch auch Distanz wahrend. Dies allerdings aus der Abneigung heraus, andere Menschen berühren zu müssen. Vor allem... solche...
Die Worte Alec's ließen ihn innerlich verärgert aufseufzen und ihn wieder einmal darüber nachdenken, was er sich hier eigentlich antat. Er hätte es Daniel alleine überlassen sollen, sich um diese heruntergekommenen Gestalten zu kümmern... Dieser fand es ja scheinbar ach so toll hier... er selbst konnte sich nicht vorstellen, dass eine einen Ort gebe, der Schlimmer wäre wie dieser.
So stand er nun 5 Personen gegenüber, von denen er bisher nur Alec kannte. Auf seine recht knappe Vorstellung meldete sich eines der Mädchen zu Wort. Eine junge Frau mit wilden Locken, welche sich um ein unter dem Dreck sicherlich hübsches Gesicht legten.
Sie erzählte, sie hätte keine Familie und auch sonst niemanden, zu dem sie gehen könnte, weshalb sie sein Angebot gerne würde annehmen. Er taxierte sie aufmerksam. Es war schwer, das Alter erkennen zu können, doch war sie vermutlich ganz das Beuteschema seines Freundes...
Allerdings stellte Dan – seiner Meinung nach – in der Optik seiner Eroberungen keine sonderlich großem Anforderungen, sondern nahm alles, was nicht schnell genug auf dem Baum war.
Vermutlich lag dieser Glaube allerdings nur daran, dass Matt selbst extrem wählerisch und hinsichtlich der sportlichen Betätigungen im Bereich des Bettes wohl das genaue Gegenteil des anderen Mannes war. Nun gut. Näher wollte er sich damit auch nicht befassen, so nickte er nur und wandte sich an die leicht exotisch wirkende Frau, welche neben der jungen Frau – Amara – stand.
Sie stellte sich als Sharina Madani vor und fügte sogar noch ihr Alter an. Na... Freiwild für Daniel Nummer 2...
Nicht unbedingt Dick zu nennen hatte sie Rundungen an den richtigen Stellen – so befand Matt. Auch, wenn er es unter den Klamotten nicht wirklich erkennen konnte. Sie sah jedenfalls nicht abgemagert aus – diese Hungerhaken, welche gleich vom Fleisch fielen, waren auch nicht unbedingt ansprechend. Zudem sie sehr höflich schien... Sir... Ja... das gefiel ihm sehr. Zeigte es ihm doch deutlich, wie viel wichtiger und besser er als der Rest der Menschheit war!
Als nächstes fiel sein Blick auf ein rothaariges Mädchen... Bei allen Göttern... sie sah mit ihrem wirren Haar und der Kleidung ja schon fast aus wie eine Hexe, welche in einem Knusperhäuschen im Wald lebte! Ja, war sie sich denn nicht bewusst, wie furchtbar sie auf andere wirken musste? Jedenfalls auf ihn.
Der Drang, alleine in ihrer Nähe nach Desinfektionsmittel zu greifen und sich zu bekreuzigen, was eine überraschend neuer Erfahrung für ihn. Jedenfalls der zweite Wunsch – den ersten hegte er des öfteren.
Auch wirkte sie kritisch. Vorsichtiger wie die anderen. Kluges Ding... ein Mann wie er tat selten etwas ohne Gegenleistung.
Sie stellte sich nur kurz angebunden vor. Ein Name, mehr nicht. Matt konnte nicht umhin, ihr einen misstrauischen Blick zuzuwerfen. Er würde sich später über sie und ihre Begleitung erkundigen... er tat es bei jedem Neuankömmling, doch bei dieser erschien es im äußerst wichtig. Warum auch immer...
Als letztes sprach das Mädchen neben Alec und Matt blickte sie an, als sie sich in Position warf und ihm eindeutig einen Flirtversuch entgegen sandte. Sie war hübsch... sogar er musste das zugeben. Aber mehr sah er in ihr nicht. Sie war zerzaust und schmutzig. Wie ein Landstreicher gekleidet und ihm lief schon ein Schauer über den Rücken bei der Vorstellung, sie könne sich ihm nähern. Sollte Alec sie ruhig behalten! Er hatte kein Interesse an einer nähere Bekanntschaft. Daniel vielleicht... er nicht.
Sie gab ihm noch mehr Auskunft wie die anderen. Passte ihm gut, so konnte er durch sie bei seiner Recherche auf Lavina kommen – wenn er Glück hatte. Und dieses hatte er immer. Fast immer...
Sie endete und er nickte ein weiteres Mal, blickte in die Runde.
Er räusperte sich, wollte gerade etwas sagen, als Sharina ein weiteres Mal fragte. Und wieder konnte er einen Anflug von Zufriedenheit nicht unterdrücken, als wieder sein neues Lieblingswort ertönte... Sir.
Matt warf einen Blick auf Sharina und seine Mundwinkel verzogen sich zu einem leichten Lächeln. Sanft erscheinend, jedoch alles andere als ehrlich gemeint. Denn nein... seine Augen erreichte dieses Lächeln nicht.
“Wir haben die Tore vor wenigen Wochen eröffnet und tatsächlich sind schon einige Menschen unterschiedlichen Geschlechts und unterschiedlicher Herkunft bei uns erschienen, um einen Platz zu Leben zu finden. Sie haben sich gut eingelebt und werden euch mit Sicherheit bei der Eingewöhnung behilflich sein können.“, antwortete er.
Er bemerkte, dass sie ihm nicht in die Augen sah. Aber dies kümmerte ihn nicht weiter, da tatsächlich nur wenige seinem starren Blick auf Dauer die Stirn bieten konnten. Somit war er es gewöhnt, dass statt seiner Augen seine Nase... seine Wange... seine Stirn... oder gar ein Punkt weit hinter ihm angesehen wurde.
Kurz wartend, ob noch eine Frage kam, machte er sich ein letztes Mal ein Bild, dann begann er zu sprechen. “Wir können uns auf dem Weg zum Schloss weiter unterhalten. Ihr müsst nicht bleiben, wenn ihr nicht wollt. Schaut es euch an, wenn ihr anschließend eure Reise fortsetzen wollt, so wird euch niemand aufhalten. Möchtet ihr bleiben, so erwarten wir, dass ihr euch die Regeln für das Zusammen leben verinnerlicht.“
Mehr sagte er nicht, dreht sich um und ging davon. Sie würden ihm schon folgen, würden sie dies wollen. Er wusste, dass er nicht grade herzlich oder freundlich rüber kam – aber ehrlich gesagt hegte er jedes mal die Hoffnung, die Landstreicher würden weiter ziehen....

tbc Burghof
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Amara L. Dubois

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   Sa Nov 17, 2018 1:52 pm

Amara

Sie blickte Sharina an und seufzte ein wenig gequält. Gegenüber ihrer neuen Freundin hatte sie ein furchtbar schlechtes Gewissen... immerhin war es ihre, Amaras, Schuld, dass sie diese lange Reise gemacht hatten. Sie hatte immer weiter getrieben und jede halbwegs sicher erscheinende Zuflucht ignoriert, weil sie ein klares Ziel vor Augen gehabt hatte. Ein Ziel, welches ja nun nicht mehr ganz so deutlich erschien, wie noch zuvor. Zwar machten ihr die Worte Sharina's, dass das Dorf wirklich aussehe wie in der Beschreibung des Einsiedlers, etwas Hoffnung... doch hatten sie sich schon zuvor geirrt und mussten schlussendlich doch zugeben, sich ein weiteres Mal geirrt zu haben. Amara blickte auf ihre Hände und ihre Locken fielen ihr wie ein Vorhang vor das Gesicht. “Es tut mir leid, Sharina...“, meinte sie leise. Sie fühlte sich so schlecht... Am liebsten würde sie alles Rückgängig machen. Nur wusste sie, dass es nicht möglich wäre und Schuldgefühle ihr auch nicht wirklich etwas brachten... Weder ein... noch voran. So waren ihre folgenden Worte vielleicht etwas hart, zu niedergeschlagen.
Doch Sharina schien es ihr nicht krumm zu nehmen. Stattdessen meinte sie, dass sie womöglich etwas finden würde, was sie tauschen könnten. “Vielleicht... Möglich...“, murmelte Amara, doch hörte man, dass sie so langsam die Hoffnung und den Glauben aufgab, tatsächlich ans Ziel zu gelangen.
Ein Glück, dass sich im nächsten Moment das Blatt zu wenden schien. Allerdings vorerst nur so, dass sie ihren Blick kopfschüttelnd wieder abwandte. Nun gut... nicht ganz. Sie schielte zu den beiden Personen, denn sie musste zugeben, ein wenig Neid zu empfinden. Wie mussten sie sich vermisst haben, um eine solche Begrüßung auf offener Straße zu betätigen? Doch hatte sie nicht lange Zeit, darüber nachzudenken. Denn ein andere Mann trat dazu. Ein Mann, welcher nicht ins Bild passte und aus diesem Grund ihr Interesse weckte. So hatte sie die verwirrte Sharina mit sich gezogen, unauffällig den zu den anderen gehend, dem Gespräch lauschend. Hoffnung erwachte. Natürlich hatte sie Zweifel, jedoch hatte der Einsiedler so überzeugend geklungen, dass sie sich über die Absichten des Mannes vor ihr keinerlei Gedanken machte. So hatte sie ihm geantwortet, wer sie wäre und er hatte genickt, während auch Sharina zu sprechen begann und die Aufmerksamkeit des Mannes nun auf ihr lag. Amaras Blick glitt dabei von dem jüngeren, zum älteren Mann. Sie beiden sahen gut aus, auf Unterschiedliche Art. Der eine mit seiner kühlen Eleganz... der andere auf diese Selbstbewusste Art, welche jedem direkt erzählte, dass er genau wusste, wie er auf andere wirkte.
Erst ein drücken ihrer Hand riss sie aus ihrer Bewunderung und sie erwiderte aufmunternd die Geste. Sharina sprach den Mann mit Sir an und es schien diesem zu Gefallen, denn schenkte er ihrer Freundin mehr Aufmerksamkeit als einen jeden anderen in der Runde. So fragte ihre Freundin auch, nachdem auch die anderen beiden sich vorgestellt hatten, höflich, ob noch andere im Schloss lebten. Während Amara auf die Antwort wartete, taxierte sie rasch die anderen beiden weiblichen Wesen in der Runde. Die kurz angebundene, Distanz wahrende Lavina zeigte ein recht abweisendes Verhalten, während ihre ungleiche Freundin direkt zu flirten begann. Scheinbar aber keinen Erfolg damit hatte. Ein kleines, fieses Lächeln huschte für den Bruchteil einer Sekunde über Amaras Gesicht. Doch verstand sie nicht, wie deren Freund so seelenruhig daneben stehen konnte, ohne, dass er etwas zu diesem Verhalten sagte. Wäre sie an seiner Stelle gewesen und hätte ihr Freund mit einer anderen geflirtet... so hätte sie ihm vermutlich voller Eifersucht die Augen ausgekratzt... Scheinbar war die Beziehung der beiden... offener. Ahnte sie ja nicht, dass nicht solch ein Verhältnis zwischen den beiden herrschte. Woher auch... hatten sie sich doch erst kurz davor stürmisch und intensiv küssend begrüßt.
Da sprach Mister Cale und Amara wandte ihre Aufmerksamkeit ihrem neuen Gastgeber zu, welcher kurz mitteilte, dass es tatsächlich schon weitere Bewohner gab, welche bei der Einfindung behilflich sein könnten. Auch sagte er, dass sie auf dem Weg zum Schloss weiter reden könnten. Amara nickte und ließ Sharina los, holte ihrer beider Rucksäcke und reichte ihrer Freundin den ihren, bevor sie sich unterharkte und mit einem fröhlichen Grinsen meinte. “Jetzt wird alles gut!“ Sie zögerte nicht eine Sekunde, bevor sie dem Mann im Anzug folgte.

-----> hinter Mr. Cale her

Erwähnt: Cyra (Amara) Lavina (Lavina) Alec (Cale) Cale (Cale)
angesprochen: Sharina (Sharina)
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Sharina Madani

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   So Nov 18, 2018 12:13 pm

Sharina Madani
Infos: 18 Jahre / single
ERWÄHNT: Alec, Cyra, Lavina
ANGESPROCHEN: Amara, Matt


Die junge Frau stand dicht neben Amara vor dem fremden Mann. Mr Cale erzählte ihnen von der Burg, in der er Menschen ohne Zuhause aufnahm. Also Menschen…wie sie. Sharina drückte Amaras Hand, ihr Herz schlug wild in der Hoffnung, endlich ihren Platz gefunden zu haben. Sharina sah zu den anderen Frauen, als diese sich ebenfalls vorstellten. Sie kam sich augenblicklich dreckig und fehl am Platz vor. Sie selbst sah so…grauenhaft aus während die anderen beiden noch recht sauber waren. Sharina sah erneut zu Mr. Cale. Sie sprach ihn erneut mit Sir an und fragte, ob denn auch andere dort in der Burg waren. Ihr Herz stolperte in ihrer Brust als der ältere Mann ihr ein Lächeln schenkte. Es interessierte sie nicht, ob es ein ehrliches oder gespieltes Lächeln war. Aber es galt ihr. Er erzählte, dass sie die Tore zur Burg schon seit einigen Wochen geöffnet hatten und dass schon einige Menschen bei ihnen lebten. Verschiedene Männer und Frauen waren dort und sie würden auch bei der Eingewöhnung helfen, meinte er. Sharina lächelte leicht. Mehr Menschen? Gut…gut….das beruhigte sie ein wenig. „Danke…Sir“, flüsterte sie leise, so leise, dass er es wohl gar nicht verstand. Sharina blinzelte als Mr. Cale erneut sprach und meinte, dass sie sich auf den Weg ins Schloss weiter unterhalten konnten. Dass sie nicht bleiben müssen, wenn sie dies nicht wollten. Aber wenn sie bleiben wollten, dann würden sie die Regeln respektieren müssen. Sharina nickte leicht, erschrocken blinzelte sie als Amara sie plötzlich losließ und von ihr wegging. Sharina blinzelte und sah ihr nach. Hatte die andere Frau schon genug von ihr? Oder warum ging sie so plötzlich? Als Amara dann aber mit ihren Rucksäcken wieder kam, beruhigte sich Sharina wieder. Wie hatte sie auch nur einen Moment daran denken können, dass Amara einfach ohne ein Wort gehen würde? Obwohl, wissen konnte man es nie. Es passierte oft, dass „Freundinnen“ neue Leute kennen lernten und dafür die Freundschaft zu anderen Kündigten. Sharina lächelte leicht als Amara ihr ihren Rucksack gab, sie schulterte diesen und zurrte die Gurte zurecht, da hackte sich Amara auch schon bei ihr unter. Sharina sah in Amaras lächelndes Gesicht als diese meinte, dass jetzt alles gut werden würde. „Hoffentlich“, murmelte sie leise und ging mit Amara mit, als diese Mr. Cale folgte. Sharina sah den breiten Rücken des Mannes an, der vor ihnen ging und schluckte. „Ich…ich möchte helfen… ich kann für alle kochen“, flüsterte sie leise, eher zu sich selbst als zu Amara oder Mr. Cale. Sie wollte sich in die Gemeinschaft einbringen und dazu gehören. Auch wenn es nur zum Kochen war. Sharina wandte den Blick von Mr. Cales Rücken ab und sah sich die Umgebung an, sie gingen aus dem Dorf hinaus zu einem Waldweg. Sharina atmete tief durch, Nervosität machte sich in ihr breit. Was, wenn die anderen in der Burg auf Ärger aus waren? Was, wenn sie keine Zukunft in der Burg hatte? Dann würde sie sich einen neuen Ort suchen müssen, einen neuen Platz zum Leben. Aber soweit wollte sie noch nicht denken. Jetzt hieß es erst einmal ankommen und sich vorstellen.
----> Burghof


Zuletzt von Sharina Madani am So Nov 18, 2018 6:19 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Lavina

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   So Nov 18, 2018 1:33 pm

Lavina

Nach Cyras verwirrtem Blick zu urteilen, schien sie nicht verstanden zu haben, was Lavina gemeint hatte, als sie ihr Sternzeichen genannt hatte. Dabei war das wohl offensichtlich! Aber sie war trotzdem erleichtert, als Alecs Miene sich erhellte und ein Ausdruck des Verständnis über sein Gesicht huschte. Und selbst wenn er meinte, keine Ahnung davon zu haben, sagte er ihr, dass er Zwilling sei. Lavina nickte leicht, so als ob sie dem Gesagten zustimmen würde und für einen kurzen Moment, schlich sich ein kleines Lächeln auf ihre Lippen, aber da Alec sich abwand, war es ihm wahrscheinlich nicht aufgefallen. Vielleicht auch besser so.
Genauso wie ihre Mutter, die ebenfalls Zwilling gewesen war, schien auch Alec ein eher extravertierter Mensch zu sein, was sie immer etwas verunsicherte. Und da sie eh keine Freundschaft mit ihm anstrebte, die vermutlich eh schief gehen würde, da Zwillinge nur ungern sich an etwas banden, war sie erleichtert, dass sie einen Anhaltspunkt hatte, um ihn einzuschätzen.
Unauffällig, zumindest glaubte sie das, warf sie Cyra einen Blick zu. Eigentlich ungewöhnlich, dass sie mit Alec eine Beziehung führte. Noch dazu eine mit unzähligen Kilometern dazwischen. Unsicher knabberte Lavina an ihrer Unterlippe herum. Natürlich wollte sie den fremden Mann nicht verurteilen, aber dennoch…sie hatte das Bedürfnis, ihre Reisegefährtin vor ihm zu warnen. Es bestand eine faire Chance, dass er vielleicht leichter vergessen könnte, dass er eine Freundin hatte…immerhin sah er auch ziemlich gut aus, was ihrer Meinung nach die Wahrscheinlichkeit noch steigen ließ.
Aber darum würde sie sich später kümmern müssen, da es nun offensichtlich wichtigeres zu besprechen gab. Als sie sich in der Runde kurz und knapp vorstellte, spürte sie plötzlich den Blick von Mr. Cale auf sich ruhen. Und sie war überrascht, was sie darin sah. War das Misstrauen? Doch gegen den innerlichen Drang, seinem Blick auszuweichen, hob sie das Kinn ein wenig an und starrte ihn trotzig an. Dann wand sie sich Cyra zu, die sich ebenfalls vorstellte. Im Gegensatz zu dem älteren Mann, merkte Lavina nicht, dass die Frau versuchte zu flirten und sie wunderte sich auch nicht über die seltsam raue Stimme.
Sharina erkundigte sich nach anderen Schlossbewohnern und mit einem leichten Stirnrunzeln wand sich Lavina wieder Mr. Cale zu, der ihre Frage beantwortete. Anscheinend waren schon einige Leute dort, was das rothaarige Mädchen nicht gerade glücklich stimmte. Selbst wenn nur ein Bruchteil von denen etwas wie Cyra oder auch sie durchgemacht hatten, würde der Ort wahrscheinlich voller schlechter Energie sein. Und wenn sie sich Sharina und Amara ansah, wusste sie, dass dort wahrscheinlich Menschen auf sie warten würden, die Unvorstellbares durchgemacht hatten. Ihre Hoffnung, irgendeinen Anschluss zu finden, verflog auf der Stelle. Sie war ja noch nicht mal in der Lage, ihre eigenen Päckchen zu schleppen, geschweige denn die von anderen.
Also presste sie die Lippen aufeinander und folgte Mr. Cale, der sich auf den Weg machte. Unterwegs begegneten sie kurz einem Typen mit stacheligen blauen Haaren, der sie alles mit 'Ladys' begrüßte, was Lavina mit einem leicht unfreundlichen Blick quittierte. Mit Fremden, die einem mitten auf der Straße ansprachen, hatte sie noch nie gute Erfahrungen gemacht.
Um sich abzulenken betrachtete sie die Häuser, die die Straßen säumten, lauschte dem Geräusch, das die vielen Schuhe auf dem Asphalt hinterließen und genoss die Sonne, die alles in ein freundliches Licht tauchte. Allerdings konnte sie das alles nicht wirklich genießen, da ihr Magen immer wieder ein leises, aber drängendes Knurren von sich gab. Der Morgen musste schon deutlich fortgeschritten sein und sie hatte noch nichts gegessen. Auch bekam sie langsam Durst und es machte sie etwas nervös, dass sie keine Ahnung hatte, wie weit sie noch laufen mussten. Eins war sicher, lange würde sie nicht mehr durchhalten und mit einem Blick auf die anderen vermutete sie, dass es ihnen ähnlich ergehen musste.

gt. Burghof/Eingang zur Burg

Erwähnt: Cyra, Alec, Mr. Cale, Amara, Sharina, Tyler
Angesprochen: /
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Amara L. Dubois

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BeitragThema: Re: Der Marktplatz   So Nov 18, 2018 6:13 pm

Cyra

Was war nur los mit ihr? Warum war sie plötzlich so verlegen gegenüber Alec. Sie waren inzwischen schon so lange befreundet, dass er sie besser kannte, als jeder andere Mensch... und doch fühlte sie sich in seiner Gegenwart plötzlich so nackt, so verletzlich. Seine Worte, seine Gesten, das freche Grinsen, welches grade, strahlend weiße Zähne zum Vorschein und seine Augen zum Leuchten brachte, ließ ihren Atem stocken und ihr Herz wild schlagen, während ihre Handflächen feucht wurden. Möglichst unauffällig wischte sie diese an ihrer Hose trocken. Sein Lächeln, als er meinte, dass er immer genau das sagen würde, was er auch dachte, brachte ihr die Röte ins Gesicht, siedend heiß und brennend. “Ach, halt doch die Klappe...“, murmelte sie, sichtlich verlegen. Ein wenig beleidigt, als er ihr nur einen Kuss auf die Nase, statt des Mundes gab und sie zurück zu Lavina führte, die sie in der Zwischenzeit ganz vergessen hatte. Jene erzählte natürlich wieder irgendeinen Schwachsinn über irgendwelche Fische... warum konnte sie denn nicht einmal normal sein?! Doch statt ebenso verwirrt und genervt zu sein wie sie, erhellte sich Alecs Gesicht nach einer vorherigen kritischen Betrachtung und er meinte, er wäre Zwilling. Erst jetzt wurde ihr klar, das Lavina auf Sternzeichen angespielt hatte... Wie peinlich... was sollte Alec bloß denken, dass sie mit so jemanden unterwegs war? Doch nahm dieser es sichtlich humorvoll auf, anstatt die Augen zu verdrehen und sich abzuwenden.
Mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt, hatte sie nicht verstanden, was der junge Mann zu dem älteren sagte, welcher hinzu kam, nachdem Alec ihn gerufen hatte und nun das Wort ergriff, während alle anderen schwiegen und ihm zuhören. Er war also nicht alleinig der Inhaber, sondern es gab noch einen anderen... Interessant. Gut zu wissen. Sie speicherte diese Information und hörte weiter zu, inzwischen schon leicht ungeduldig werdend und ein wenig pikiert, dass der Mann ihr nicht die Aufmerksamkeit schenkte, welche sie doch eindeutig verdiente. Immerhin sah sie mit Abstand am besten von denjenigen aus, welche hier umher standen! Doch... sie würde seine Aufmerksamkeit schon irgendwie bekommen! Vorerst jedoch musste sie sich damit gedulden und sich leicht auf die Lippen zu beißen, während sie ihn von unten herauf mit großen Augen betrachtete. Nur... auch dies schien keine Wirkung zu haben, denn er erzählte einfach weiter, drehte sich um – und ging. Baff blickte sie ihm nach, bis sie Alecs Lachen an ihrem Ohr hörte und ihn wütend betrachtete. Sie wandte sich beleidigt aus seinem Griff, schnappte ihren Rucksack und stolzierte Wortlos hinter Lavine her, welche wiederum im Rücken Mister Cales ging.

---> Burghof
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