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 Die Bibliothek

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Divious
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BeitragThema: Die Bibliothek   Fr Okt 19, 2018 7:34 pm

Groß ist der Raum. So wie es sich für eine Bibliothek gehört. Die Wände sind bis obenhin mit Regalen voll Bücher bedeckt.
Die Bibliothek streckt sich über zwei Ebenen, wobei die obere über Leitern zu erreichen ist.
In der Mitte steht ein großer Tisch, an dem man die Bücher lesen oder auch etwas arbeiten kann.
Eine der Wände ist hingegen frei von den Bücherregalen, da an dieser ein großer Wandteppich hängt. Dieser zeigt den Stammbaum der Familie, die einst über das Schloss und die Ländereien herrschte.

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J.M.Cale
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BeitragThema: Re: Die Bibliothek   So Dez 02, 2018 4:00 pm

Marc Höfer
Infos: 27 Jahre | single | ehemals Soldat | desertiert | Mentor von Xenia (Lilith) & Tiara (Sharina)
ERWÄHNT: Xenia (Lilith) | Tiara  (Sharina)
ANGESPROCHEN: / / /

Leise öffnete sich die Tür zu einem Atemberaubenden Raum, dessen Regale über zwei Etagen mit Büchern gefüllt waren.
Ein Mann trat hinein, man brauchte gar nicht erst den harten Zug sehen, welcher sich tief in seine Mundwinkel gegraben hatte und die Augen stumpf und fast leblos wirken ließen. Ebenso wenig wie den muskulösen Körper, der sich unter dem dunkelgrünen Pullover zeigte, welcher am Brustkorb deutlich spannte. Sein Auftreten alleine zeigte bereits, was für eine Ausbildung er genossen hatte und was für ein Leben er zuvor geführt hatte. Direkt und Sicher war sein Gang. Das Auftreten Selbstbewusst. Die Handlungen jedoch argwöhnisch. Genau wie der Blick, der in Sekundenschnelle im Raum umher schwirrte, alles taxierte und ins Auge fasste, nach Gefahr Ausschau haltend. Zu seiner Zufriedenheit hielt sich hier sonst keiner auf und so ging er zielstrebig zu einem der Regale und Griff nach einem Buch, welches er angefangen, bisher jedoch nicht beendet hatte. Die Prinzessin von Clèves... Das Buch alt und trotz allem so gut erhalten, dass er es schon fast anbetungswürdig sanft heraus zog, bevor er zu einem der Stühle trat und das Buch auf dem Tisch ablegte, bevor er es aufschlug. Zu schwer, um es wie einen Taschenroman über einen langen Zeitraum in den Händen zu halten.
Doch obwohl er das lesen liebte, so hatte er zur Zeit nicht die Muße, sich wirklich damit zu beschäftigen. Seine Gedanken wanderten ab...
Lange lebte er noch nicht hier im Schloss, war erst vor ein paar Tagen mit seinen beiden Mädchen angekommen. Hoffte, hier einen Ort gefunden zu haben, wo er Xenia und Tiara in Sicherheit wissen konnte. Hoffte, dass es irgendjemanden gab, der sich ihrer annehmen konnte.
Sein Leben war zu gefährlich... er brachte sie in Gefahr, sollte er sie bei sich behalten... Brachte sie in Gefahr, wenn er sich zu lange an einem Ort aufhielt. Obwohl es hier doch sehr abgeschottet schien, so konnte er nie sicher sein, ob die Fühler derer, die ihn suchen könnten, nicht doch bis hier her reichen würden. Er wusste, dass er sie vermissen würde... auch, wenn Xenia ihn in unbeobachteten Momenten nachdenklich taxierte und ihm gegenüber auch sonst recht Zurückhaltend reagierte. Was ihm unweigerlich überlegen ließ, was sie alles hatte durchmachen müssen.
Und Tiara... auch, wenn sie immer so fröhlich, so aufgeweckt schien... machte er sich um sie doch die größeren Sorgen. Manchmal sah er in ihren Augen etwas, was da einfach nicht hingehörte. Aber vielleicht bildete er sich dies auch nur ein... er hatte so viel gesehen, so viel erlebt, dass ihm seine Vorstellungskraft und seine Phantasie manchmal einen Streich spielte und er Dinge sah, sich Dinge einbildete, die einfach nicht der Realität entsprachen.
Und die beiden hatten in einem Gebiet, in dem Krieg herrschte, mit Sicherheit auch eine Menge erlebt.
Im Moment schliefen die beiden Kinder noch – jedenfalls hoffte er dies. Die Reise war lang gewesen. Er wusste, dass er die beiden an den Rand ihrer Kräfte gebracht hatte und ihnen so viel zugemutet hatte, wie er es auch bei den Soldaten unter seinen Kommando getan hätte.
Natürlich hatte er niemals vergessen, dass es sich bei den beiden um Kinder handelte – und nicht um ausgebildete Soldaten... und doch hatte er sie immer weiter angetrieben. Ihnen kaum eine Pause gegönnt, während sie Städte umgingen... Dörfer passierten... und in Wäldern schliefen.
Doch waren ihm große Ansammlungen von Menschen zu wieder, weshalb er die einsame Sicherheit unter freiem Himmel bevorzugte, wo ihm die Tiere verrieten, wenn sich jemand zu nähern gedachte. Früh genug warnend, sodass er Zeit hatte, jegliche Spuren zu beseitigen und mit den beiden Mädchen zu verschwinden, bevor sie entdeckt wurden.
Vielleicht war er in dieser Hinsicht etwas über vorsichtig... um es nicht psychotisch zu nennen... aber seine Vergangenheit hatte ihn gelehrt, nicht vorsichtig genug sein zu können – und niemals jemanden zu vertrauen, nur, weil man zufällig auf der selben Seite steht. Die besten Freunde waren am Ende jene, die einem das Messer in den Rücken stachen.
Mit einem Seufzen schloss er die Augen und hob die Hand, massierte sich leicht die Schläfen. Damit die Mädchen es bequem hatten, schlief er seit ihrer Ankunft hier im Schloss auf dem Boden in seinem Schlafsack. Nicht, dass es ihn störte... aber er konnte sich nicht daran erinnern, wann er das letzte Mal in einem bequemen Bett gelegen hatte – oder in einem Vernünftigen Bett im Allgemeinen. Waren es Monate? Oder inzwischen schon Jahre? Er wusste es nicht mehr.
Allerdings hatte er auch nie wirklich ein Zuhause gehabt... Da seine Mutter bei seiner Geburt verstarb, war er mit seinem Vater von Stützpunkt zu Stützpunkt gezogen und hatte somit keinen festen Wohnsitz. Früher störte ihn dies nicht... aber je älter er wurde, je mehr er sah, je mehr er selbst tat... desto mehr sehnte er sich nach einem Ort, wo er ankommen konnte. Doch nichts anderes als Disziplin und Militär kennend, hatte er nie den Absprung geschafft. Nie den richtigen Moment gefunden, an dem er sein altes Leben hinter sich lassen und neu anfangen konnte.
Und vermutlich hätte er genauso weiter gemacht, wie zuvor... im Krieg mehr Unschuldige wie Schuldige getötet. Familien auseinander gerissen. Dörfer und Städte zerstört. Befehle befolgt.. Befehle gegeben... jeden Tag aufs neue. Jeder Tag gleich. Kameraden fallen sehen... Freunde verloren. Es war ein Grausames Leben gewesen... doch wie viel Grausamer musste es für jene gewesen sein, welche unbeteiligt waren. Nur Opfer. Nichts als Schachfiguren für die Großen, deren Hand sich eigentlich Schützend über die Köpfe jener legen sollten, welche des Schutz bedurften. Doch so war es nicht... und so würde es niemals sein.
Die Großen befahlen... Die Untergebenen führten aus... und die Kleinen litten. Wie die beiden Kinder, welche er nun unter seiner Obhut hatte. Für deren Schutz er sich selbst in Gefahr, in Verruf gebracht hatte.
Mit einem weiteren Seufzen ließ er die Hand sinken und öffnete die Augen. Er lehnte sich auf dem Stuhl zurück und ließ den Kopf in den Nacken fallen, betrachtete die faszinieren Decke, an der ein begnadeter Künstler sich vor unzähligen Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderten ausgetobt hatte. Ein Anblick, der nicht unbedingt für die Augen Kinder bestimmt war.
Eine Zeitlang betrachtete Marc das ungewöhnliche Gemälde, welches über die ganze Länge und Breite der Bibliotheksdecke eine Geschichte erzählte. Obwohl nicht ein einziger Buchstabe zu lesen war, so erzählten die Zeichnungen mehr jedes Wort der Welt es vermocht hätte. Einsamkeit... Liebe... Abweisung... Hass... Zorn... Blutvergießen... Tod... So viele Emotionen... so viele Eindrücke. Marc hatte das Gefühl, dass er jedes mal neues Entdecken, jedes mal neues von diesem Gemälde erfahren konnte. Ob es noch andere gab, welche in diesem Schlösschen lauerten? Er hatte sich noch nicht wirklich umgesehen. Kannte er bisher nur die Baderäume, die Küche, natürlich das Zimmer und die Bibliothek. Letztere besuchte er oft. Zum einen, weil er hier meist seine Ruhe hatte, zum anderen, weil ihm dieser Ort einfach gefiel. Er liebte es zu lesen und die Auswahl hier war einfach faszinierend. Ein Paradies für jede Leseratte. Gerne hätte er denjenigen kennen gelernt, der all diese Bücher hier aufbewahrt hatte – denn einige waren so verstaubt, dass sie schon seit vielen Jahren unbedacht hier standen...
Dann schüttelte er den Kopf, beugte sich nach vorne und vertiefte sich in dem Buch, welches immer noch bereit lag. Nur darauf wartend, dass er in eine Welt eintauchte, die anders als die jetzige war – und derer doch so ähnlich.
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